Focus-Online-Autorin: Tatjana Grassl am Sonntag, 26.03.2017, 14:13

Seit dieser Woche reichen schon Investitionen von 500 Euro, um eine staatliche Förderung zum Einbruchsschutz zu erhalten. Lesen Sie hier, wie Sie ihr Haus mit diesem Betrag am besten absichern – und welche Schrottmaßnahmen sich nicht lohnen.

 

Sicherungsmaßnahmen zum Einbruchschutz fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) seit dem 21. März 2017 auch bei kleinen Maßnahmen ab 500 Euro. Bisher lag die Investitionsgrenze bei 2000 Euro. Der Zuschuss liegt bei zehn Prozent der Investitionskosten. Das heißt: Wer 500 Euro in den Einbruchschutz investiert bekommt 50 Euro zurück. FOCUS Online hat bei den kriminalpolizeilichen Beratungsstellen in Düsseldorf und Hamburg nachgefragt, welche Sicherungsmaßnahmen es schon für kleines Geld gibt und welche Einbrecher am besten abschrecken?

1. Mechanische Sicherungen: ab 120 Euro

  • Querriegelschloss: 500 Euro

„Am effizientesten gegen Einbrecher wirken mechanische Nachrüstungen an Fenstern und Türen“, sagt Peter Werkmüller, Berater der Kriminalpolizei Düsseldorf. „Wer nicht so viel Budget zur Verfügung hat, sollte mit einem Querriegelschloss an der Wohnungstür beginnen“, rät Werkmüller. Das koste inklusive Montage um die 500 Euro und schrecke viele Einbrecher ab. Durch das Querriegelschloss können Einbrecher die Tür weder an der Wandseite noch an der Schlossseite aufhebeln.

  • Pro Fenster: zwischen 180 und 300 Euro
  • Pro Fenstertür: zwischen 300 und 450 Euro

Wenn Sie in einem Mehrfamilienhaus leben, sollten Sie die Sicherung abhängig von der Lage Ihrer Wohnung machen. In Erdgeschoss und Hochpaterre gelangen Einbrecher durch die Fenster in die Wohnung; in höheren Stockwerke und das Dachgeschoss über die Wohnungstür. Davon abhängig sollten Sie Tür oder Fenstern zusätzlich sichern, wenn das Budget nicht für beides reicht. Überlegen Sie sich aus Sicht des Einbrechers potenzielle Schwachstellen an Ihrem Zuhause. Wo ist es leicht reinzukommen? Sichern Sie dort zusätzlich.

  • Teleskopstangen: zwischen 150 und 250 Euro

Eine kostengünstigere Variante für die Sicherung der Fenster sind Teleskopstangen. Die werden von innen in den Mauervorsprung der Wand geklemmt und können nur mit einem Schloss geöffnet und dann zusammengeschoben werden. „Die Teleskopstangen sind von außen sichtbar und schrecken den Täter ab“, erklärt Werkmüller. Außerdem könne das Fenster dadurch nicht aus dem Rahmen gekippt werden.

  • Billigste Variante: Ein Sicherheitsschließblech zwischen 120 und 180 Euro

Ein gutes Sicherheitsschließblech macht es den Einbrechern deutlich schwerer die Wohnungstür zu öffnen.

2. Abschreckende Maßnahmen: ab 15 Euro

  • Zeitschaltuhr: 20 Euro

Über die Beleuchtung können Sie Täter zumindest abschrecken. „Wenn Sie nicht zuhause sind, können Sie über Zeitschaltuhren unterschiedliche Lichter anmachen und Räume hell beleuchten“, sagt Werkmüller. Das Licht müsse glaubhaft aussehen. Eine kleine 25-Watt Lampe reiche nicht aus.

  • Fake-TV: 15 Euro

Auch ein Fake-TV-Licht, das einen Fernseher simuliert, könne zusätzlich abschrecken. Der Fernseher darf natürlich durch kein Fenster zu sehen sein. „Alles was eine Anwesenheit der Bewohner glaubhaft simuliert, schreckt Einbrecher ab“, sagt Werkmüller.

  • Alarmanlagen: bis zu 1500 Euro

Auch Alarmanlagen dienen dem Einbruchschutz. „Eine hochwertige Alarmanlage mit guter Technik kostet allerdings um die 1500 Euro“, so Werkmüller und warnt vor der Billigvariante: diese löse zu viele Fehlalarme aus. 97 Prozent der Alarme in Düsseldorf entpuppen sich demnach als Fehlalarme. Das Problem: Profis lassen sich von einer Alarmanlage nicht von einem Einbruch abhalten. „Die Zeit bis die Polizei kommt, reicht dem Einbrecher“, erklärt Werkmüller. Ein Einbruch dauert im Schnitt nur zwischen sieben und zehn Minuten vom Ausspähen bis zum Verschwinden.

  • Die günstigste Variante: Eine Alarmanlagen-Attrappe für 20 Euro

Wer weniger investieren möchte, kann eine Attrappe anbringen. Die schrecke etwa die Hälfte aller Täter ab. Das gleiche gilt für offensichtlich montierte Kameras und Kameraattrappen.

 3. Kostenlose Maßnahmen

Mit ein paar Tricks, können Sie es Einbrechern auch ohne Investitionen schwerer machen. „Bei einem Einfamilienhaus sollten Sie darauf achten, dass Sie den Grünbewuchs wegschneiden oder reduzieren“, rät Stefan Meder, Leiter der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle Hamburg. Dadurch können Nachbarn Auffälligkeiten besser beobachten. Sie sollten generell ein gutes Nachbarschaftsverhältnis pflegen. „Sprechen Sie Fremde in Ihrem Mehrfamilienhaus an, wen sie suchen und ob Sie helfen können“, so Meder. Das schrecke Einbrecher ab. Im Zweifel sollten Sie die Polizei anrufen. Sagen Sie Ihren Nachbarn auch Bescheid, wenn Sie in den Urlaub fahren, damit diese ein Auge auf Ihr Zuhause haben.

Die einfachste Maßnahme ist das doppelt Abschließen und Verriegeln von Türen und Fenstern. Das gilt auch, wenn Sie nur kurz Einkaufen gehen.

Diese Maßnahmen können Sie sich sparen:

„Von Bewegungsmeldern lassen sich nur wenige Täter abschrecken“, sagt Werkmüller. Weil auch Tiere den Melder auslösen, würden zudem die Nachbarn immer seltener darauf reagieren. So kann ein Bewegungsmelder sogar hinderlich sein.

 

 Quelle: Focus  – http://www.focus.de/immobilien/wohnen/kfw-zuschuss-jetzt-foerderung-sichern-machen-sie-ihr-haus-jetzt-fuer-500-euro-einbruchssicherer_id_6829333.html
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