Bei der Vermietung an die eigenen Kinder oder an Angehörige werden die Werbungskosten nur dann voll anerkannt, wenn der monatliche Mietzins eine bestimmte Höhe hat.

Seit 2012 darf die Miete nicht weniger als 66 Prozent der ortsüblichen Marktmiete betragen. Beträgt sie weniger als 66 Prozent, ist die Nutzungsüberlassung in einen entgeltlichen und einen unentgeltlichen Teil aufzuteilen. Das hat  zur Folge, dass die Werbekosten anteilig gekürzt und in Abzug gebracht werden. Der ungekürzte Werbungskostenabzug ist erst ab einer Miethöhe von 66 Prozent der ortsüblichen Miete möglich (§ 21 Abs. 2 EStG).

Der BFH (Urteil v. 10.5.2016, IX R 44/15) bestätigt damit seine Rechtsprechung, nach der sich die ortsübliche Miete nach der Kaltmiete zuzüglich der umlagefähigen Kosten berechnet. Die ortsübliche Miete kann dem Mietspiegel entnommen werden. Bei der dort angegebenen Spanne ist jeder der Mietwerte als ortsüblich anzusehen. Der Vermieter kann also den niedrigsten Wert ansetzen, damit er die Grenze von 66 Prozent nicht unterschreitet. Vorteilhaft kann es sich auswirken, wenn der Vermieter die Betriebskosten miteinbezieht. Diese muss er dem Mieter voll in Rechnung stellen, was bei einer verbilligten Vermietung aber oft vereinbart wird. Damit kann er vermeiden, dass der Schwellenwert unterschritten wird, auch wenn die Kaltmiete geringer ist als 66 Prozent.

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